über 50 Jahre Motor-Boot-Club Heidelberg e.V.

Hier finden Sie unsere Vereinschronik

Vereinsgründung

Am 27. November 1962 fand im Gasthaus "Zur Alten Krone" in Heidelberg die erste offizielle Zusammenkunft für eine Vereinsgründung statt, zu der die Presse alle am Wassersport Interessierten aufgerufen worden waren. Es erschienen 36 Interessenten, welche beschlossen, die Gründungsversammlung für einen neuen Wassersportverein auf den 11. Januar 1963, 20 Uhr, in die Heidelberger Gaststätte "Karlsburg" einzuberufen.

Zu dieser Gründungsversammlung erschienen 53 Teilnehmer, von denen über 40 sofort dem neugegründeten Verein beitraten. Auch der Clubname wurde schon festgelegt:

Motor-Boot-Club Heidelberg e.V.

als "MBC Heidelberg" bald ein Begriff im Heidelberger Wassersport. Kurz darauf wurde der noch heute verwendete Vereinsstander aus 35 eingebrachten Entwürfen ausgewählt. Und zwei Monate nach der Gründung zählte der neue Verein bereits 67 Mitglieder.

Von Beginn an war es ein wichtiges Anliegen des MBC, zur Sicherheit auf dem Wasser durch Ausbildungslehrgänge für die Motorbootfahrer beizutragen. Unser Ehrenmitglied Günter Hommel, bei der Vereinsgründung anwesend und heute sehr bekannt als Verfasser des Standartwerkes "Handbuch der gefährlichen Güter", unterstützte als Vertreter der Wasserschutzpolizei diese Absicht.

Schon am 4. Februar 1963 begann der erste Motorbootführerschein-Lehrgang für Binnen- wie auch für Küstengewässer. Damit war der MBC Haideiberg einer der ersten Vereine unserer Region in der Motorbootführerschein-Schulung. - Seit 1981 führt der MBC Heidelberg für die Skipper auch die Ausbildungskurse für den UKW-Funk-Bereich durch, was durch die Ausweitung des Fahrtensports bedingt wird.

Im Jahre 1983 wurde die Jugendarbeit ins Leben gerufen und seither fortlaufend ausgebaut. Der Verein stellt den Jugendlichen spezielle Trainingsboote und einen Trainingsparcours zur Verfügung. ln den letzten Jahren hat die MBC-Jugend beachtliche Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene errungen.

Seit 1991 verschreibt sich der MBC auch dem Umweltschutz durch Ernennung eines Umweltschutzbeauftragten. Unsere Umweltarbeit wird seit vielen Jahren mit der Verleihung der "Blauen Umweltflagge" gewürdigt.

Bau der Steganlagen
Da die damaligen Wasserplätze der Boote sich als unzulänglich erwiesen, wurde beschlossen, eine eigene Steganlage zu bauen. Nach Erhalt der hierfür notwendigen Wassernutzungsrechte begannen die Mitglieder an der heutigen Stelle mit dem Bau. Als Schwimmer für die Stege wurden Tanks von amerikanischen Raketen aus V4A­ Stahl verwendet - zu einem wahrhaft friedlichen Zweck!

Die gesamte Anlage mit drei Stegen für 48 Boote wurden in Eigenarbeit erstellt - und ohne einen Pfennig Schulden zu machen. Ebenso war es im Jahre 1969 bei der Verlängerung der Stege um je 16 Meter. Schon ein Jahr vorher, 1968, war der Clubeigene Kran ebenfalls in Eigenarbeit durch eine Schienenanlage mit Laufkatze ergänzt worden, wodurch der alljährliche behördlich vorgeschriebene Stegabbau im Herbst und der Aufbau im Frühjahr erheblich erleichtert wurde.

Die Stabilität der MBC-Hafenanlage hat sich bei mehreren starken Hochwassern, besonders 1970, 1978 und 1983 sehr gut bewährt.

Schon seit dem Jahre 1971 begann der Plan heranzureifen, aufgrund der starken Nachfrage nach Bootsliegeplätzen eine zweite Hafenanlage zu bauen. Da von Behördenseite im Heidelberger  Stadtgebiet für eine neue Steganlage oder eine großzügige Erweiterung der bisherigen kein geeigneter Platz zur Verfügung gestellt werden konnte, musste man sich in der Umgebung umsehen.

Bei Neckar-km 28,9 fand sich auf dem linken, stadtseitigen Ufer beim Vorort Schlierbach, gegenüber von Ziegelhausen, eine geeignete, sehr schöne Stelle für 3 weitere Stege mit Platz für Boote bis zu 15 Metern Länge. Nach jahrelanger Verzögerung durch die Neckarvertiefung, die gerade an dieser Stelle besonders schwierig war, steht zur Saison 1983 der zweite MBC-Clubhafen zur Verfügung.

Seit Winter 1994 müssen die Stege in Heidelberg glücklicherweise nicht mehr abgebaut werden, sondern dürfen ohne Boote im Wasser bleiben. Diese Erleichterung wird uns auch seit 1997 in Schlierbach gewährt.

Das Bootshaus
Mit dem Baubeginn der Steganlage fiel der Ausbau der Clubräume im ehemaligen Blum'schen Freibad unter der Schurmanstraße zusammen. Tatkräftige Mitglieder renovierten die alten Räumlichkeiten und bauten weitere an. Doch im Hinblick auf die gleichzeitige Verwendung als Unterrichtsräume für die Führerscheinlehrgänge erwiesen sich die Clubräume schon bald als zu klein.

So wurde im Spätjahr 1969 durch die Mitglieder eine Vergrößerung der Clubräume vorgenommen., dem im Winter 1979/80 von Grund auf eine Umgestaltung und Verschönerung im rustikalen Stil folgte. Nun konnte der vorhandene Raum aufgeteilt werden und gab die Möglichkeit, zwei Veranstaltungen, z.B. Clubabend und Unterricht, nebeneinander durchzuführen. Ganz geöffnet bot sich der Raum für größere Festlichkeiten.

Die Bewirtschaftung wird eh und je von den Mitgliedern abwechselnd durchgeführt, im Sommer wie im Winter fast täglich.

Das Bootshaus wird von den Mitgliedern und von unseren wassersporttreibenden Gästen gern und oft aufgesucht, und manchem fällt es schwer, sich von dort auf sein Boot oder auf den Heimweg zu begeben.

ln unserem 30. Jubiläumsjahr erfolgte eine weitere Modernisierung der Clubräume und der Bau einer Dusche. Ein besonders schlimmes Hochwasser im Dezember 1993 ließ den Neckar 17 cm hoch in das Clubhaus eindringen. Durch rechtzeitige Vorarbeiten konnten größere Schäden verhindert werden. Das war noch nie in den 30 Clubjahren vorher geschehen.

Schon zwei Jahre später vernichtete die Abrissbirne unsere schönen Räumlichkeiten. Wegen Baufälligkeit der Betonkonstruktion war ein Abriss und kompletter Neubau des gesamten Clubgeländes aller dort ansässigen Vereine notwendig.

Da der Lauer ebenfalls erneuert wurde, musste die Steganlage sporadisch verlegt werden. Der Saisonbetrieb auf dem Wasser war aber zu keiner Zeit beeinträchtigt.

Unser Ersatz-Clubhaus war nun für 2 Jahre die "Züchter-Schenke" in Wieblingen. Durch zusätzliche Aktivitäten wurde der Zusammenhalt der Mitglieder gefestigt.
Nach Fertigstellung des Rohbaues 1997 erfolgte nun der Innenausbau durch die Clubmitglieder. Für den Ausbau haben die Mitglieder ca. 4500 Arbeitsstunden geleistet! Das Ergebnis kann sich heute noch sehen lassen.

Die offizielle Einweihung erfolgte im Juli 1998 in großem Rahmen.

Das Clubleben
Die Beliebtheit des Clubhauses führte inzwischen dazu, dass nicht wie früher nur einmal im Monat, sondern jede Woche freitags ein gutbesuchter Clubabend stattfindet. Dann werden öfters Dias oder selbstgedrehte Filme von Urlaubtörns oder von größeren Clubveranstaltungen vorgeführt. Auch am Sonntagmorgen und - nachmittags ist im Clubhaus Treffpunkt zum Fachsimpeln. Pläneschmieden und Unterhalten, wozu oft die Familie mit "Kind und Kegel" erscheint.

Besonders beliebt sind unsere Faschings-Kostümbälle.  Da "platzt das Bootshaus aus allen Nähten" und ist eigentlich schon wieder zu klein. Am 30 April findet regelmäßig der "Tanz in den Mai" statt mit der Polonäse über die Steganlagen. Beiden Nikolausfeiern werden nachmittags die Clubkinder vom Nikolaus beschenkt, während dieser abends den Mitgliedern aus dem "dicken Buch" ihr "Sündenregister" vorliest. Selbst den letzten Tag des Jahres verbringen viele Mitglieder bei der Silvesterfeier im Kreise der Vereinsfamilie.

Zum Clubleben gehören aber auch die "Arbeitsdienste", zu denen die Mitglieder in Gruppen zur Instandhaltung unserer Anlagen erscheinen. Die gemeinsame Arbeit zum Erhalt des einst gemeinsam Geschaffenen stärkt die Kameradschaft, den Zusammenhalt und den Gemeinsinn der Clubkameraden.

Die Vereinsfamilie auf dem Wasser
Von Beginn an zeigte sich in unserem Club, dass der Motorbootsport ein echter Familiensport ist, denn immer ist die ganze Familie beteiligt. Ein paar unserer Clubkinder lernten das Bootsleben fast in ihren ersten Lebenstagen kennen, und von klein auf werden die Kinder mit den Aufgaben und mit Verantwortung betraut. Die Jugendlichen und die meisten Clubfrauen können beim Umgang mit den Booten oft mit den Skippern wetteifern.

Mit dem „Anfahren" und der anschließenden Bootstaufe wird die Saison eröffnet. ln Kiellinie fährt unsere gar nicht so kleine Clubflotte zur Alten Brücke und sammelt sich dort sternförmig zur traditionellen Ansprache des Clubvorsitzenden. Dann ertönen alle Schiffssirenen. Nach der Rückkehr in den Clubhafen zelebriert "Neptun" höchstpersönlich eine festliche Bootstaufe für alle neuen Boote in unserem Hafen. Diese sind mit Blumen reich geschmückt, und der stolze Besitzer hält sich erwartungsvoll auf dem Vorschiff bereit. Nun tauft der "Neptun" jedes Boot (und auch den Besitzer!) reichlich mit Neckarwasser und überreicht mit launigen Versen die kunstvoll geschriebene Namensurkunde - unter dem amüsierten Beifall einer jedes Mal auf dem Gehweg über dem Clubhaus versammelten großen Zuschauermenge.

Während der Saison bleibt bei schönem Wetter in der Freizeit kaum ein Boot am Steiger zugedeckt liegen. Auch reine "Kaffeeboote" sind selten, denn man fährt los! Manche Bootsfamilien suchen sich irgendwo ein schönes Uferplätzchen, wo sich die Kinder im Grünen austoben können. Andere fahren - oft in größeren Gruppen -den Neckar hinauf oder hinunter in den Rhein, um an Veranstaltungen befreundeter Clubs teilzunehmen oder Freundschaftsbesuche zu erwidern, die- z.B. zu den Schlossbeleuchtungen - bei uns gemacht worden sind. Durch solche gegenseitige Besuche ist eine kameradschaftliche Verbundenheit zwischen den Neckar- und Rheinclubs entstanden, die ihren deutlichen Ausdruck in der Wiedersehensfreude bei den alljährlichen großen Sternfahrten findet. Diese gehören auch bei uns zu den Höhepunkten der Wassersportsaison, und wir freuen uns, dass wir dabei schon einige Preise "ergattern" konnten.

Für jede Clubfamilie ist ein zukünftiger Urlaubstörn per Boot natürlich der absolute Höhepunkt ihrer Freude am Wassersport. Jedes Jahr finden sich Gruppen von Clubfamilien zusammen, die gemeinsam an die verschiedenen europäischen Küsten und Seen oder in die benachbarten Flussreviere schippern. Grillfeste auf dem Kanaldamm an der Schwabenheimer Schleuse, Sicherheits- und Geschicklichkeitsturniere und- gemeinsam mit vielen Gästen -die Teilnahme an der letzten Schlossbeleuchtung des Jahres beleben Spätsommer und Herbst. Mit dem traditionellen „Abfahren" wird wie bei vielen Wassersportclubs die Bootssaison abgeschlossen.

Aktuelles:


MBC-Termine


07.10.2017: Abfahren - 15 Uhr Treffpunkt mit den Booten im alten Hafenbecken (Marriot Hotel).

02.12.2017: Weihnachtsfeier im MBC Clubhaus Beginn 18 Uhr.

10.12.2017: Kindernikolaus um 15 Uhr im Clubhaus.



517efb333